

Bild: Behnke
25.03.2010
Interview Trixi Worrack
„Ich bin es gewohnt, Verantwortung zu tragen“
Mit der „Trofeo Alfredo Binda“ startet am Sonntag die neue Weltcup-Saison im Straßen-Radsport der Damen. Am Start steht dort auch Trixi Worrack. Für die Dissenerin, 2006 Vize-Weltmeisterin, wird es ein Rennen in eine ungewisse Zukunft. Nach dem Rückzug des Hauptsponsors ihrer Mannschaft musste die 28-Jährige in diesem Jahr auf einen Großteil der gewohnten Saisonvorbereitung verzichten. Die RUNDSCHAU sprach mit Trixi Worrack.
Trixi Worrack, wie ist nach dem Rückzug des Hauptsponsors die Vorbereitung mit der neuen Equipe Noris gelaufen?
Im Gegensatz zu den anderen Jahren hatten wir in diesem Jahr gar keine Vorbereitung mit dem Team. Mein Training war eher privat, in den letzten beiden Wochen bin ich auf Mallorca gewesen, was ich selber finanziert habe. Der Aufenthalt war nötig. Denn ich kann bei einem Weltcup-Rennen nicht ohne eine einigermaßen gute Vorbereitung antreten.
Sie haben mehr individuell trainiert statt gemeinsam mit der Mannschaft. Hat dadurch die Vorbereitung gelitten?
Die Vorbereitung hat schon darunter gelitten. In den vergangenen Jahren waren wir schon im Januar und Februar im Trainingslager, was sehr wichtig ist im Hinblick auf die Saison. Da werden die Grundlagen gelegt. Ich habe in diesem Jahr im Februar stattdessen gemeinsam mit Angela Hennig und Marlen Jöhrend auf Initiative meines Heimtrainers Rainer Gatzke in der Höhenkammer trainiert und hoffentlich dadurch den Rückstand etwas kompensiert.
Mit welchen Zielen gehen Sie in die Saison? Was sollen die Höhepunkte werden?
Meine Ziele bleiben die gleichen. Ich werde mich auf ein, zwei Rundfahrten konzentrieren. Und die Frühjahrs-Klassiker. Und natürlich werde ich versuchen, meinen in Cottbus gewonnenen Titel im Einzelzeitfahren zu verteidigen. Im vergangenen Jahr habe ich mich das erste Mal richtig auf das Zeitfahren vorbereitet und gesehen, dass ich dadurch ganz vorn mitfahren kann.
Die neue Equipe hat nur eine kleine Mannschaft, die Hauptlast und -verantwortung liegt bei Ihnen. Vor- oder Nachteil?
Ich sehe es nicht als Nachteil, denn ich möchte auch selber gute Rennergebnisse bringen. Und ich bin es gewohnt, Verantwortung zu tragen. Und sicherlich gibt es noch andere Fahrerinnen bei uns, die auch Rennen gewinnen können. Zumindest flache Rennen.
Wie läuft es für Sie wirtschaftlich – immerhin leben Sie als Profi vom Radsport?
Ja, es ist schwierig, da ich schon einige Ausgaben habe, die gedeckt werden müssen. Im Moment mache ich auch ein Fernstudium, was ich selber finanziere, das möchte ich nicht abbrechen.
Sie könnten im Sommer wechseln. Gibt es schon eine Tendenz oder Anfragen – oder bleiben Sie der Equipe, für die Sie seit 2003 fahren, treu?
Darüber habe ich mir schon einige Gedanken gemacht, aber erst einmal möchte ich die ersten Monate abwarten wie alles anläuft und werde mich dann entscheiden.
(Mit Trixi Worrack sprach Thomas Juschus)


