17.06.2010
Levy gegen Förstemann – es geht schon um Olympia
Die Konstellation ist ziemlich fies für die Fahrer, dafür aber ganz gemütlich für den Bundestrainer: Der Radsport-Weltverband UCI hat mit seinen Nominierungsrichtlinien für die Olympischen Spiele in London 2012 die Sportler unter Druck gesetzt. Nach jetzigem Stand darf Deutschland höchstens drei Bahnradsprinter für die drei Disziplinen nominieren. Dabei müssen alle drei den Teamsprint fahren, nur einer darf jeweils in Sprint und im Keirin ran. »Man tut damit dem Sport keinen Gefallen«, hatte der Cottbuser Maximilian Levy (Cofidis) bereits in der RUNDSCHAU moniert.
Doch Zaudern hilft nicht, nun muss sich der 22-Jährige dem Konkurrenzkampf stellen. Und weil sich der Qualifikationszeitraum laut UCI über zwei Jahre erstreckt, kämpft Levy also jetzt schon um London 2012. Er weiß: »Es ist gut, wenn man früh ein Zeichen setzt.«
Das könnte er am morgigen Freitag machen. Dann kommt es zu dem packenden Duell, dass wohl auch die kommende Weltcup-Saison bestimmen dürfte. Levy gegen Förstemann, da treffen in Cottbus die beiden derzeit schnellsten Sprinter Deutschlands aufeinander. Förstemann hatte Ende Mai in Moskau einen neuen deutschen Rekord in der 200-Meter-Zeitfahr-Qualifikation aufgestellt. Die 9,893-Sekunden-Marke hatte Levy durchaus interessiert vernommen. Seine beachtliche Antwort gab er am vergangenen Wochenende beim Sprintercup in Cottbus in 10,14 s. Förstemann war da allerdings nicht am Start.
»Robert ist an uns allen vorbeigefahren, das wollen wir wieder aufholen«, spricht Levy im Namen der gesamten deutschen Sprinterkonkurrenz. Damit meint er unter anderen Stefan Nimke (Schwerin; gemeinsam mit Förstemann und Levy Weltmeister im Teamsprint), Michael Seidenbecher, René Enders (beide Erfurt) oder Carsten Bergemann (Dresden). Die sind alle morgen in Cottbus am Start, aber wohl doch nur Statisten. »Wenn alles normal läuft, sollte das Finale schon Förstemann gegen Levy heißen«, prophezeit Bundestrainer Detlef Uibel, der zugibt: »Dieser neue Konkurrenzkampf hilft uns. Damit können wir uns auch international nur verbessern.« Wie gesagt, den Bundestrainer hätte es durchaus schlimmer treffen können.
Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr mit den ersten Qualifikationsläufen. Ab 18 Uhr werden auf der Cottbuser Radrennbahn die Finals ausgetragen. Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt drei Euro.
(LR/Jan Lehmann)