
21.06.2010
Maximilian Levy: Zu früh die „Lichter ausgeschossen“
Im Zeitfahren hatte er seine persönliche Bestzeit geknackt, später im Halbfinale sogar den Topfavoriten Robert Förstemann (Berlin) zwei Mal grandios geschlagen. Doch am Freitagabend reichte dem Cottbuser Lokalmatador Maximilian Levy beim 20. Großen Preis von Deutschland die Kraft nicht mehr für den Sieg. Trainer Eyk Pokorny schüttelte schon den Kopf, als sein Schützling in die letzte Kurve bog. Nein, das wurde nichts mehr, der Erfurter Michael Seidenbecher jubelte nach seinem 2:0-Finalsieg gegen Levy. Der saß wenig später ausgepumpt in seiner Umkleide-Box und versuchte, das Positive des Tages zusammenzufassen. »Die Zeit war der Hammer«, freute er sich noch immer über seine 9,98 Sekunden in der 200-Meter-Qualifikation. Seine vorherige Bestmarke hatte seit vier Jahren bestanden. Mehr noch als die Quali-Zeit dürfte allerdings das gewonnene Halbfinal-Duell gegen Robert Förstemann für Selbstvertrauen sorgen. Noch vor wenigen Wochen hatte sich der Cottbuser anhören müssen, wie weit weg er doch vom derzeit besten deutschen Sprinter sei. Auf seiner Heimbahn strafte der Cofidis-Profi am Freitagabend seine Kritiker Lügen und bezwang den Kontrahenten in zwei absolut packenden Läufen. Levy jubilierte: »Das war echtes Radfahren, das hat richtig Spaß gemacht.« Und sein Team-Kollege Förstemann aus dem weltmeisterlichen Sprinttrio bestätigte: »Das waren mit Abstand die beiden besten Läufe des Tages. Da ging es taktisch und kräftemäßig richtig zur Sache.« Im ersten Lauf profitierte Levy dabei einmal mehr von seinem guten Auge und schlüpfte durch eine Lücke, die Förstemann eigentlich gar nicht hatte öffnen wollen. Im zweiten Durchgang zog der Cottbuser »ein bisschen auf Krawall« auf den letzten Zentimetern noch am Berliner vorbei. Förstemann konstatierte, dass sich beide Fahrer in diesem hochklassigen Duell allerdings auch »gegenseitig die Lichter ausgeschossen« hätten. Die Konsequenz war später im Gesamtergebnis ablesbar. Förstemann verlor beide Läufe im kleinen Finale gegen den Chemnitzer Joachim Eilers. Und auch Levy hatte gegen Seidenbecher nicht mehr genügend Körner.
Bei den Damen konnte die Erfurterin Kristina Vogel ein Achtungszeichen setzen. Sie bzwang im Finale die Niederländerin Willy Kanis, die noch vor Wochenfrist beim Cottbuser Sprintercup die Konkurrenz dominiert hatte. Das kleine Finale entschied Miriam Welte (Kaiserslautern) für sich.
(Von Jan Lehmann)


