
28.06.2010
Bronzemedaille für Trixi Worrack und versöhnlicher Abschluss für Angela Hennig
Nach dem enttäuschenden neunten Platz am Freitag im Zeitfahren bei den deutschen Straßen-Meisterschaft gewann die 28-jährige Dissenerin am Samstag in Sangerhausen im Straßenrennen die Bronzemedaille. Die Cottbuserin Angela Hennig beendete nach Platz fünf ihre Laufbahn. Bei den Männern trat Milram-Profi Christian Knees (Euskirchen) die Nachfolger des Cottbusers Martin Reimer an. Wir wollten unbedingt eine Medaille. Unsere Equipe hat hier alles gegeben. Deswegen können wir mit Bronze zufrieden sein«, freute sich Trixi Worrack, die Kapitänin der Equipe Noris Cycling, über das hart erkämpfte Edelmetall. »Das war ein hartes Stück Arbeit. Gegen Ende hatte ich einfach nicht mehr die Reserven«, sagte die Dissenerin, die zugab, beim Straßenrennen auch »ein wenig den Frust« vom Zeitfahren verarbeitet zu haben. Das Frauen-Rennen war bei hochsommerlichen Temperaturen schnell entschieden. Drei Fahrerinnen - Becker, Worrack und die spätere Zweitplatzierte, Judith Arndt (Leipzig) - hatten sich auf dem anspruchsvollen 9,7 km-Kurs, der 13 Mal zu bewältigen war, sieben Runden vor Schluss vom Feld abgesetzt. Vier Runden vor Ende hatte das Trio fast sechs Minuten Vorsprung vor dem Hauptfeld, das bereits kapituliert hatte. Auch die Zeitfahr-Dritte Hanka Kupfernagel aus Gera, vierfache Cross-Weltmeisterin und olympische Silbermedaillengewinnerin von Sydney, konnte als Einzelkämpferin nichts ausrichten. Becker, Arndt und Worrack konnten sich auf Team-Unterstützung verlassen. »Am Ende hat die stärkste Fahrerin gewonnen. Für uns geht die Medaille in Ordnung. Diese Leistung wird unseren Mädels Selbstvertrauen für die anstehenden Rennen geben«, zeigte sich Alexander Oppelt, der Teammanager des Nürnberger Frauenprofiteams zufrieden.
Den Sprint der Verfolgerinnen gewann Titelverteidigerin Ina Yoko-Teutenberg (Mettmann) vor Angela Hennig aus Cottbus (Equipe Noris). Die 29-Jährige (geborene Brodtka) beendete nach dem für sie guten Resultat ihre Laufbahn. »Seit vielen Wochen bin ich sehr unzufrieden. Das Team, in dem ich stecke, ist nicht das, für das ich mich im vergangenen Jahr entschieden habe. Ich liebe den Radsport, und es fällt mir schwer, alles zu beenden, aber es gibt für mich kein Vorankommen mehr. Es geht stetig bergab mit unserem Sport. Ich ziehe hiermit die Notbremse und konzentriere mich auf meine Zukunft«, erklärte Hennig, die sich auf ihre Arbeit bei der Bundespolizei konzentrieren will. »Die Bundespolizei unterstützt mich weiterhin und wird mir in den kommenden Wochen einen Arbeitsplatz zuweisen«, sagte Hennig. Nach erfolgreicher Junioren-Zeit schaffte die gebürtige Gubenerin 2004 die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen, gewann in der gleichen Saison das Weltcup-Rennen »Castilla y Leon« und erreichte Platz drei im Gesamt-Weltcup. In den Folgejahren glückten der Sprinterin Etappensiege bei fast allen wichtigen Rundfahrten sowie mehrfach die Bronzemedaille bei den deutschen Meisterschaften. Allerdings war die Karriere Hennigs auch immer wieder von gesundheitlichen Problemen begleitet.
(LR-online)


